Bei der Gewinnung des Weins werden die Phenole (Organische Verbindungen, zu denen auch die Gerb- und Farbstoffe gehören) aus der Beere herausgelöst. Wieviel, das hängt stark vom Reifegrad und von der Methode der Weinherstellung ab. Der Gehalt an Phenolverbindungen liegt in Rotweinen zwischen 500 und 4000 mg/l. In Weißweinen schwankt der Wert zwischen 150 und 400 mg/l, wobei die Weißweinphenole als höher wirksam gelten. Die Phenolverbindungen machen während des Weinausbaus verschiedene chemische Reaktionen durch und beeinflussen damit das Aussehen, das Aroma, den Körper, die Struktur sowie die Nachhaltigkeit, die Adstringens und nicht zuletzt den Geschmack des Weins.
Bisher sind bezüglich der gesundheitlichen Effekte die Phenolverbindungen, "Quercetin", "Katechin", "Epicatechin" und "Resveratrol" am besten erforscht. Sie zeigen eine Reihe von pharmakologisch interessanten Wirkungen
1. Senkung der Thromboseneigung
2. Anhebung des "guten" HDL und Senkung des "bösen" LDL-Cholesterins
3. Antioxidative Wirkung (Hemmung der LDL-Cholesterinoxidation)
4. Gefäßentspannung und Gefäßerweiterung
Wein enthält mehr Phenole als Obst- und Gemüsesäfte in einem besonders reichhaltigen Spektrum. Der Alkohol im Wein fördert die Aufnahme dieser Phenole vom Darm ins Blut.
Allgemein:
Die wichtigste Bedeutung der Phenole für die Gesundheit liegt in ihrer Wirkung als hocheffektive Antioxidantien. Sie verhindern schädigende Sauerstoffreaktionen, d.h. die Bildung sogenannter ,,freier Radikale" in den Körperzellen. Solche Radikalreaktionen werden für die Entstehung von Krebs und Herzgefäßerkrankungen verantwortlich gemacht.
Der gesamte Alterungsprozeß der biologischen Systeme bei Mensch, Tier und Pflanze wird auf sie zurückgeführt. Antioxidantien helfen, diese Prozesse zu verzögern.
Die oft geäußerte Meinung, daß nur Rotwein ,,gesund" sei, entbehrt der wissenschaftlichen Grundlage.
Quelle: Deutsche Weinakademie
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